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Warum Core Web Vitals wieder wichtiger werden

Lange galten Core Web Vitals als das Thema, das man einmal abgehakt hat und dann vergisst. 2026 ist das nicht mehr so einfach.

6 Minuten Lesezeit

Inhalt

  1. Überblick: Core Web Vitals 2026
  2. Was Core Web Vitals eigentlich messen
  3. Warum sich gerade jetzt wieder etwas verschiebt
  4. Wie schlecht es um viele Websites tatsächlich steht
  5. Wie stark das wirklich für dein Ranking zählt
  6. Fazit & Empfehlung

Verfasst von

Giona Daumüller

Giona Daumüller
Co-Founder und Partner
Projektmanagement, Konzeption und Ads


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Lange galten Core Web Vitals als das Thema, das man einmal abhakt und dann vergisst. 2026 ist das nicht mehr so einfach. Ein neuer Google-Kernwert wird inzwischen gleich stark gewichtet wie die klassische Ladezeit, und viele Websites, die vor zwei Jahren noch grün waren, fallen jetzt unbemerkt durch.

Core Web Vitals 2026 im Überblick

  • Was gemessen wird: LCP (Ladezeit), INP (Reaktionsfähigkeit) und CLS (visuelle Stabilität), anhand echter Nutzungsdaten aus Chrome
  • Was sich ändert: INP wird seit dem Core-Update im März 2026 gleich stark gewichtet wie LCP und CLS, zuvor stand vor allem die reine Ladezeit im Vordergrund
  • Wie stark betroffen: Nur rund 48 bis 50 Prozent aller mobilen Websites bestehen aktuell alle drei Werte gleichzeitig


Was Core Web Vitals eigentlich messen

Core Web Vitals sind drei von Google definierte Kennzahlen, die messen, wie sich eine Website für echte Nutzer:innen anfühlt, nicht nur, wie sie aussieht:

  • LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell lädt das grösste sichtbare Element der Seite, meist ein Hero-Bild oder eine Überschrift. Zielwert: unter 2,5 Sekunden
  • INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks, Taps oder Tastatureingaben. Zielwert: unter 200 Millisekunden
  • CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stabil bleibt das Layout beim Laden, springt also nichts unerwartet herum. Zielwert: unter 0,1

Gemessen werden diese Werte nicht im Labor, sondern anhand echter Nutzungsdaten aus dem Chrome-Browser, aggregiert über die letzten 28 Tage am 75. Perzentil. Das heisst: Es zählt nicht der beste, sondern ein realistischer, eher schlechterer Wert aus dem tatsächlichen Besucherverhalten.


Warum sich gerade jetzt wieder etwas verschiebt

Der eigentliche Umbruch liegt schon etwas zurück: Im März 2024 hat Google mit INP eine deutlich strengere Messgrösse eingeführt und den bisherigen Wert First Input Delay abgelöst. Der Unterschied ist entscheidend. FID mass nur die allererste Interaktion einer Nutzerin oder eines Nutzers auf der Seite. INP misst dagegen jede Interaktion während des gesamten Besuchs, auch einen Klick auf einen Filter oder einen Warenkorb-Button, der erst am Ende der Sitzung erfolgt. Eine Seite, die beim ersten Klick blitzschnell reagiert, aber beim dritten oder vierten hängt, fällt unter INP durch, obwohl sie unter dem alten Massstab problemlos bestanden hätte.

Tipp: Mit dem Core-Update im März 2026 wird INP offenbar gleich stark gewichtet wie LCP und CLS. Wer seine Website seit 2024 technisch nicht mehr überarbeitet hat, sollte nicht davon ausgehen, dass ein früher grünes Ergebnis heute noch Bestand hat.


Wie schlecht es um viele Websites tatsächlich steht

Die aktuellen Zahlen zeigen, wie verbreitet das Problem ist: Nur rund 48 bis 50 Prozent aller mobilen Websites bestehen aktuell alle drei Core Web Vitals gleichzeitig, auf Desktop-Geräten sind es etwas mehr. Der grösste Engpass ist meist LCP, also die reine Ladezeit des Hauptinhalts, während INP und CLS im Schnitt etwas besser abschneiden. Besonders häufig betroffen sind WordPress-Websites mit vielen Plugins, Onlineshops mit komplexen Filterfunktionen sowie Seiten mit vielen eingebundenen Drittanbieter-Skripten wie Analytics-Tools, Chat-Widgets oder Cookie-Bannern, weil genau diese Elemente oft für langsame Reaktionszeiten verantwortlich sind.


Wie stark das wirklich für dein Ranking zählt

Wichtig für die Einordnung: Core Web Vitals sind einer von weit über hundert Signalen, die Google für das Ranking heranzieht, kein Wundermittel, das schwachen Inhalt kompensiert. In der Praxis wirken sie vor allem als Tiebreaker. Wenn zwei Websites inhaltlich auf einem vergleichbaren Niveau stehen, entscheidet häufig die technische Performance, wer vorne landet. Gerade in umkämpften Branchen kann das genau den Unterschied zwischen Position drei und Position sieben ausmachen. Daneben zeigen mehrere unabhängige Studien einen direkten wirtschaftlichen Effekt: Mit jeder zusätzlichen Sekunde Ladezeit sinkt die Conversion-Rate spürbar, unabhängig vom Ranking-Effekt.


Was das für deine Website bedeutet

Werte neu prüfen

Wenn der letzte Check vor 2024 lag, enthalten ältere Analysen oft gar keinen INP-Wert und geben daher ein zu positives Bild.

Interaktionen im Blick behalten

Ein Filter im Shop, ein Formularfeld oder ein Warenkorb-Button können den INP-Wert stärker beeinflussen als das Hauptbild.

Drittanbieter-Skripte reduzieren

Jedes zusätzliche Analytics-Tool oder Chat-Widget kann die Reaktionsfähigkeit der Seite spürbar verschlechtern.

Die ganze Website betrachten

Ältere, vernachlässigte Unterseiten können das Gesamtbild der Domain nach unten ziehen, selbst wenn die wichtigsten Seiten gut abschneiden.


Häufige Fehler

  • Ein einmaliger PageSpeed-Test wird als dauerhafter Beweis für gute Performance gehalten, obwohl sich Werte über Monate verändern können
  • Es wird ausschliesslich auf die Ladezeit des Hauptbilds geachtet, während spätere Interaktionen im Seitenverlauf unbeachtet bleiben
  • Zu viele Drittanbieter-Skripte laufen unkontrolliert im Hintergrund, ohne dass jemand ihren Effekt auf die Performance prüft
  • Ältere Blogartikel oder wenig gepflegte Unterseiten werden bei der technischen Optimierung komplett ausgeklammert

Fazit

Core Web Vitals sind kein neues Thema, aber mit der stärkeren Gewichtung von INP seit 2024 und der weiteren Verschärfung 2026 lohnt sich ein frischer Blick, gerade wenn die letzte technische Überprüfung schon eine Weile zurückliegt. Wer hier investiert, gewinnt selten allein dadurch bessere Rankings, verschafft sich aber einen echten Vorteil, wo es inhaltlich eng zugeht, und verbessert nebenbei die Nutzererfahrung spürbar.

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